Gesundheit und Schutz von Tieren

Gesundheit und Schutz von Tieren sind wichtig für das Tierwohl, die Gesundheit der Menschen und sichere Lebensmittel.

Die Bekämpfung von Tierseuchen, die Kontrolle der Tierhaltung und die Überwachung von Tierarzneimitteln helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Tiere wirksam zu schützen. Dabei geht es um Nutz-, Heim- und Wildtiere.

Anträge

Bitte senden Sie Ihren Antrag an:

veterinaeramt@rems-murr-kreis.de

Bekämpfung von Tierseuchen

Das Bild zeigt zwei Hühner im Vordergrund, im Hintergrund sind (unscharf zu erkennen) weitere Hühner

Die Tierseuchenbekämpfung schützt die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die landwirtschaftlichen Tierbestände im Rems-Murr-Kreis. Dabei geht es nicht nur um bekannte Tierseuchen wie die Maul- und Klauenseuche oder die Geflügelpest, sondern auch um andere Infektionskrankheiten, die Tiere gefährden oder wirtschaftliche Schäden verursachen können.

Die amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte überwachen Tierbestände, kontrollieren die Einhaltung der Kennzeichnungspflichten und koordinieren Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen. Die Aufgaben umfassen Nutz-, Heim- und Wildtiere. Zudem werden Gesundheitsbescheinigungen für Tiere ausgestellt, die ins Ausland reisen oder exportiert werden.

Unterstützt werden die Mitarbeitenden dabei von praktischen Tierärztinnen und Tierärzten sowie der Jägerschaft, die einen wichtigen Beitrag zur Überwachung von Tierkrankheiten leisten.

Seuchen und Krankheiten

Blauzungenkrankheit

Blauzunge ist eine Tierseuche der Wiederkäuer, verursacht durch ein RNA-Virus (Blauzungenvirus = BTV). Es gibt mindestens 24 verschiedene Serotypen. Bislang spielten die Serotypen 4 und 8 bei der Verbreitung in Deutschland eine Rolle, gegen welche in der Vergangenheit eine flächendeckende Impfung angestrebt wurde. BTV-3 stammt vermutlich ursprünglich aus Tunesien und wurde erstmalig im September 2023 in den Niederlanden nachgewiesen. Seit der Feststellung hat sich das Virus rapide ausgebreitet und neben Belgien und Großbritannien auch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erreicht.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Die Krankheit wird durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen. 

Welche Tiere sind betroffen?

  • Rinder
  • kleine Wiederkäuer (Schafe, Ziegen)
  • Wiederkäuer (Rehe, Hirsche)
  • Alpakas und Lamas

Wie äußert sich BTV-3?

  • Allgemeine Symptome: Fieber, Lethargie, Speichelfluss, Geschwüre / Erosionen / Krustenbildung an Maul- und Nasenschleimhäuten, Bindehautentzündung, Gesichtsödeme, Kronrandläsionen und Lahmheit
  • Schaf: Häufig schwere Verläufe mit Todesfällen
  • Ziege: bisher milde klinische Verläufe
  • Rind und Milchvieh: Symptomatik meist milder als bei Schafen, aber es gibt auch schwere Verläufe, massiver Milchleistungsrückgang, oberflächliche Zitzennekrosen
  • Alpakas (Kameliden): Milde bis schwere Verläufe, auch Todesfälle

Wie kann ich meine Tiere schützen?

  • Impfung gegen den jeweiligen Serotyp: Für BTV-4 und BTV-8 gibt es zugelassene Impfstoffe. Für BTV-3 hat das Land im Juni 2024 mittels Eilverordnung drei bislang nicht zugelassene Impfstoffe freigegeben. Die Impfung von empfänglichen Tieren wird dabei finanziell unterstützt.
  • Repellentien (Gnitzenabwehr): Wirksame Insektenabwehr soll die Übertragung verhindern. Folgende Wirkstoffe sind für Rinder und Schafe zugelassen: Butox Protect, Deltanil, Latroxin Delta, Spotinor

Bovine Virusdiarrhoe/Mucosal Disease (BVD/MD)

Die Bovine Virus Diarrhoe/Mucosal Disease (BVD/MD) gehört zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Infektionserkrankungen beim Rind. Während Ansteckungen von nicht tragenden Tieren in der Regel klinisch unauffällig verlaufen, – führt die Infektion trächtiger Rinder zu Aborten, Missbildungen und zur Entstehung persistent infizierter Kälber, die als dauerhafte Virusausscheider für die Aufrechterhaltung der Infektionsketten verantwortlich sind. Eine besondere Form der BVD stellt die tödlich verlaufende Mucosal Disease (MD) dar. Die Einschleppung des Krankheitserregers in freie Rinderbestände erfolgt durch persistent infizierte Tiere.

Ganz Baden-Württemberg hat inzwischen den Status „frei von BVD“. Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Status „frei von BVD“ auf Betriebsebene ist die Einhaltung des Testregimes (Proben von allen Tieren müssen spätestens bis zum 20. Lebenstag entnommen werden), die Einhaltung von Zugangsregelungen und das Impfverbot.

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft. Für Menschen sowie andere Haus- und Wildtiere ist sie ungefährlich.

Das Virus wird vor allem durch den direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Kadavern übertragen. Auch kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, Fahrzeuge, Jagdausrüstung oder landwirtschaftliche Geräte sowie unsachgemäß entsorgte Speiseabfälle und Schweinefleischerzeugnisse können zur Verbreitung beitragen.

Für Schweine verläuft die Afrikanische Schweinepest meist schwer und endet häufig tödlich. Um eine Ausbreitung zu verhindern, sind eine konsequente Hygiene, die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen und die Meldung von Verdachtsfällen besonders wichtig.

Geflügelpest

Die Geflügelpest, auch Aviäre Influenza oder Geflügelgrippe genannt, ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hausgeflügel und Wildvögel betrifft. Sie ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird staatlich überwacht und bekämpft.

Um Hausgeflügel vor einer Ansteckung zu schützen, sind geeignete Biosicherheitsmaßnahmen besonders wichtig – auch in kleinen Hobbyhaltungen. So lässt sich das Risiko einer Einschleppung des Virus deutlich verringern.

Bovines Herpesvirus 1 (BHV-1)

Das Bovine Herpesvirus (BHV-1) ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Rindern. Ein Befall kann erhebliche wirtschaftliche Folgen für Rinderhaltungen haben, da der Handel mit Tieren eingeschränkt werden kann.

Deutschland gilt seit 2017 offiziell als frei von BHV-1. Um diesen Status zu erhalten, sind regelmäßige Untersuchungen der Rinderbestände gesetzlich vorgeschrieben. Sie dienen dazu, mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern.

Für die vorgeschriebenen Blutuntersuchungen muss der Untersuchungsantrag über das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) erstellt werden.

Links und Downloads

Tierschutz

Weißter Malteser-Hund draußen, sitzend in einer grünen Wiese

Tiere sind unsere Mitgeschöpfe – ihr Schutz und ihr Wohlergehen sind daher eine gemeinsame Verantwortung.

Das Veterinäramt im Rems-Murr-Kreis setzt sich dafür ein, dass Tiere artgerecht gehalten, versorgt und geschützt werden. Die amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte kontrollieren Tierhaltungen in landwirtschaftlichen Betrieben, bei privaten Tierhalterinnen und Tierhaltern sowie in gewerblichen Einrichtungen wie Reitbetrieben oder Tierpensionen.

Reiseverkehr mit Heimtieren

Wenn Sie mit Ihrem Heimtier ins Ausland reisen möchten, informieren Sie sich bitte frühzeitig über die Einreisebestimmungen Ihres Ziellandes. Je nach Reiseziel gelten unterschiedliche Anforderungen, beispielsweise an Impfungen oder erforderliche Dokumente.

Das Veterinäramt stellt die notwendigen Gesundheitsbescheinigungen für Heimtiere aus und berät Sie zu den geltenden Vorschriften. Die Regelungen dienen dem Schutz vor der Einschleppung und Verbreitung der Tollwut. Innerhalb der Europäischen Union gelten in der Regel andere Einreisebestimmungen als bei Reisen in Länder außerhalb der EU.

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Tierarzneimittelüberwachung

Nahaufnahme einer Kuh mit Fokus auf den Kopf

Die Mitarbeitenden überprüfen die ordnungsgemäße Anwendung von Tierarzneimitteln in Nutztierhaltungen.

Im Rahmen des Nationaler Rückstandskontrollplan (NRKP) werden Lebensmittel (tierische Erzeugnisse) und Tiere hinsichtlich des Freiseins von Rückständen überprüft. Der Rückstandsplan ist ein EU-weites Überwachungsprogramm zur Untersuchung von lebenden Tieren und Lebensmitteln tierischen Ursprungs auf Rückstände von pharmakologisch wirksamen Stoffen und unerwünschten, schädliche Stoffen (Kontaminanten).

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Ansprechpersonen


Eva Sailer
Tierärztin Tierseuchen, Tierarzneimittel, Tierschutz

Dr.
Maren Schlienz
Tierärztin Tierseuchen, Tierschutz

Florian Welz
Veterinärhygienekontrolleur Tierseuchen, Tierschutz

Dr.
Jutta Wilhelm
Fachbereichsleitung Tierseuchen, Tierarzneimittel, Tierschutz